Vorchdorf, Oberösterreich → Europa

Ich schaffe Räume,
in denen Menschen wieder
Menschen sein dürfen.

Martin Hollinetz — Regionalentwickler
und seit 30 Jahren überzeugt, dass Veränderung dort beginnt, wo Menschen einander wieder zuhören.

Keine glatte Berater-Website. Absicht.

Genau. Nähe und Distanz erzählen die halbe Geschichte.

Verschieben Sie die Figuren. Perspektive verändert alles — genau darum geht es in der Aufstellungsarbeit.

Österreicher des Jahres 2013 · Kreativwirtschaft Ashoka Fellow seit 2012 SozialMarie – Prize for Social Innovation 2013 Ö1 Social Innovation Award 2014 Prix Ars Electronica Jury 2011 · 2012 · 2022 Lektor: Donau-Uni Krems · Kunstuniversität Linz · PH OÖ
Wer da eigentlich spricht

Vom Elektromechaniker zum Möglichkeitsraum-Bauer

Jahrgang 1971, aufgewachsen in Oberösterreich, gelernter Elektromechaniker. Eigentlich wollte ich Schriftsteller werden — stattdessen habe ich begonnen, meine Geschichten als Projekte zu schreiben und sie in die Welt zu bringen. Das mache ich bis heute.

1997 gründete ich in Graz den ersten Co-Workingspace Österreichs, lange bevor es das Wort dafür gab. Später leitete ich die Regionalmanagement-Geschäftsstelle Vöcklabruck/Gmunden und entwickelte dort Projekte, die bis heute Regionen verändern: das Otelo Netzwerk der offenen Technologielabore und Bildungsformate wie KET — Kinder erleben Technik.

2014 gründete ich mit Kolleg:innen die Otelo eGen — eine Genossenschaft als neues Arbeits- und Organisationsmodell, inspiriert von Frithjof Bergmanns „New Work, New Culture“ und getragen von einer langjährigen Freundschaft mit ihm. Daneben: Mitgründung des Create Your World Festivals der Ars Electronica, Jurytätigkeiten, Lehre, Kunstprojekte im Feld von Bewegung, Wahrnehmung und gesellschaftlichem Wandel.

Heute arbeite ich als Regional- und Unternehmensberater, Sozial- und Lebensberater, Ausstellungsentwickler und Kulturmanager — meistens gleichzeitig, immer mit derselben Frage: Wie werden aus Räumen Möglichkeiten?

0realisierte Projekte, national & europaweit
0Otelo-Standorte in Österreich, Deutschland & Italien
0Gründung des ersten Co-Workingspace Österreichs
0Jahre Arbeit an Regionen, Bildung, Kunst & Technologie
Womit ich arbeite

Vier Wege, ein Handwerk

Gruppen begleiten

Teams, Genossenschaften, Vereine, Regionen: Ich begleite Gruppen durch Klärungs- und Entwicklungsprozesse — vom Governance-Workshop bis zur Strategieklausur. Nicht als der, der die Antworten hat, sondern als der, der die richtigen Fragen aushält.

→ am liebsten dort, wo es gerade knirscht

Impulse & Diskussionen hosten

Vorträge, Podien, Denkabende, Festivals: Ich liebe es, Gespräche zu eröffnen, die weitergehen, wenn der Abend vorbei ist. Über neue Arbeit, Regionen mit Zukunft, Technologie mit Haltung — und darüber, was uns als Gesellschaft zusammenhält.

→ Streitkultur ist auch eine Kultur

Systemische Aufstellungsarbeit

Manche Themen lassen sich nicht besprechen — aber aufstellen. Mit systemischen Strukturaufstellungen (Ausbildung u. a. bei Varga von Kibéd) mache ich sichtbar, was in Organisationen, Familien und Projekten zwischen den Zeilen wirkt.

→ das Brett oben ist keine Deko

Menschen in Veränderung beraten

Berufliche Neuorientierung, Übergänge, Krisen, die eigentlich Einladungen sind: Als Sozial- und Lebensberater begleite ich Menschen, die spüren, dass das alte Modell ausläuft — und die herausfinden wollen, was daraus wachsen will.

→ auch Berater brauchen Beratung. Ehrlich.
Ein Experiment in Ehrlichkeit

Dialog mit mir selbst

Ich schreibe regelmäßig Gespräche mit mir selbst — als Werkzeug, um schwierigen Themen nicht auszuweichen. Dieses hier handelt davon, was mir in einer polarisierten Zeit Hoffnung gibt. Klicken Sie sich durch die Fragen; die Antworten sind ungeschönt.

Meine Antwort darauf ist wahrscheinlich nicht Optimismus. Optimismus klingt mir zu oft nach: „Wird schon wieder.“ Und ehrlich gesagt: Nein, vielleicht wird nicht einfach alles wieder gut. Nicht von selbst. Nicht durch Marktlogik. Nicht durch noch mehr Wachstum, noch mehr Effizienz, noch mehr Bullshit-Bingo auf Konferenzen.

Meine Antwort ist eher: trotzdem menschlich bleiben. Nicht naiv. Nicht harmlos. Nicht spirituell weichgespült. Sondern radikal menschlich.

Meine Hoffnung liegt nicht darin, dass „das System“ plötzlich einsichtig wird. Meine Hoffnung liegt in Räumen, in denen Menschen wieder zu sich kommen und zueinander finden. Kleine Räume vielleicht. Gesprächsräume. Lernräume. Gemeinschaften. Genossenschaften. Kreise. Küchen. Werkstätten. Nachbarschaften. Orte, an denen nicht sofort bewertet, verwertet oder polarisiert wird.

Vielleicht ist genau das meine Arbeit: Räume schaffen, in denen Menschen nicht zu Material werden. Nicht Humankapital. Nicht Zielgruppe. Nicht Ressource. Menschen.

Meine Hoffnung entsteht, wenn ich mich nicht hypnotisieren lasse von der Größe der Krise. Denn ja, die großen Strukturen sind brutal. Aber wenn ich nur auf sie starre, werde ich gelähmt. Dann sitze ich da wie ein Kaninchen vor dem SUV der Geschichte.

Also muss meine Frage kleiner und konkreter werden: Wo kann ich heute Würde schützen? Wo kann ich Verbindung ermöglichen? Wo kann ich Klarheit sprechen, ohne zu zerstören? Wo kann ich Menschen helfen, aus Angst wieder in Handlungsfähigkeit zu kommen?

Das ist keine Flucht ins Kleine. Das ist Widerstand auf der Ebene, auf der ich wirksam bin. Ich glaube, meine Antwort ist eine Mischung aus Demokratie, Spiritualität und Handwerk: Demokratie, weil ich nicht akzeptieren will, dass einige wenige über das Leben vieler verfügen. Spiritualität, weil ich mich nicht vom Hass fressen lassen will. Handwerk, weil schöne Haltungen allein nichts ändern, wenn sie nicht in Praxis übersetzt werden.

Ich muss sehr aufpassen, dass meine Empörung nicht meine Seele auffrisst. Das ist nämlich die humanistische, demokratische Spezialfalle: Man sieht zu viel, fühlt zu viel, trägt zu viel — und irgendwann wird man selbst bitter. Dann hat das System gewonnen, ohne dass es sich groß anstrengen musste.

Meine Hoffnung braucht also Pflege. Nicht als Wellness, sondern als politische Hygiene. Ich brauche Stille, damit ich nicht nur reagiere. Ich brauche gute Menschen, damit ich nicht vereinsame. Ich brauche Konfliktfähigkeit, damit ich nicht ausweiche. Ich brauche Humor, damit ich nicht versteinere. Ich brauche Grenzen, damit ich nicht ausbrenne. Und ich brauche Orte, an denen Zukunft schon ein bisschen geübt wird.

Ich baue an Inseln, aber nicht zur Flucht. Ich baue Inseln als Keimzellen. Orte, an denen anders gesprochen, entschieden, gearbeitet, gelernt und gestritten wird. Nicht perfekt. Menschen bleiben Menschen. Aber anders genug, dass man wieder atmen kann.

Ich muss nicht warten, bis die Wahnsinnigen vernünftig werden. Ich kann jetzt beginnen: mit einem ehrlichen Gespräch, mit einem mutigen Nein, mit einem klaren Ja, mit einem Kreis von Menschen, mit einem Projekt, das nicht ausbeutet, mit einer Sprache, die nicht entmenschlicht.

Meine Antwort ist nicht: Alles wird gut. Meine Antwort ist: Ich bleibe nicht dort stehen, wo Menschen kleiner gemacht werden. Ich suche und schaffe Räume, in denen wir wieder größer werden können — nicht mächtiger, sondern menschlicher.

Das ist vielleicht keine bequeme Hoffnung. Aber es ist eine, die ich leben kann.

— aus meinen Zukunftsgedanken, 2026. Fortsetzung folgt, das Leben schreibt mit.

Stationen

Ein Weg mit Abzweigungen

1971

Geboren in Wels

Aufgewachsen in Oberösterreich. Lehre zum Elektromechaniker, dann zwei Jahre Arbeitswanderschaft — u. a. Zypern, Israel, Irland. Danach Ausbildung zum Sozial- und Berufspädagogen.

1996

Erstes Unternehmen: TPI Projektintegration, Graz

Digitalisierungsprojekte, AMS-Stiftungsmodelle, EU-Projektentwicklung — nach drei Jahren 40 Mitarbeiter:innen.

1997

Erster Co-Workingspace Österreichs

Im Roseggerhaus in Graz — Jahre bevor „Coworking“ ein Wort wurde. Danach Leitung des Programmbereichs Styrian E-Business für die steiermärkische Landesregierung.

2004

HolliNetz Unternehmensberatung

Regionalberatung, EU-Projektmanagement, Begleitung von Regionen, Technologiezentren und Betrieben — von WAGE bis Leader.

2007

Regionalmanagement OÖ, Vöcklabruck/Gmunden

Leitung der Geschäftsstelle für Kommunales & Wirtschaft. Hier entstehen Otelo und KET — Kinder erleben Technik.

2010

Gründung des Otelo Netzwerks

Offene Technologielabore: Räume, in denen Menschen experimentieren, lernen und gestalten. Heute 37 Standorte in Österreich, Deutschland und Italien.

2011

Create Your World

Mitgründung des Zukunftsfestivals der Ars Electronica. Dazu Jurytätigkeit beim Prix Ars Electronica (2011, 2012, 2022) und Lehre an Donau-Uni Krems, Kunstuniversität Linz und PH OÖ.

2012/13

Ashoka Fellow & Österreicher des Jahres

Aufnahme ins weltweite Ashoka-Netzwerk der Sozialunternehmer:innen, Wahl zum Österreicher des Jahres (Kreativwirtschaft), SozialMarie, Ö1 Social Innovation Award.

2014

Mitgründung der Otelo eGen

Eine Genossenschaft als neues Arbeits- und Organisationsmodell — Frithjof Bergmanns „New Work, New Culture“ real umgesetzt. Damit wurde eine neue Genossenschaftsform in Österreich etabliert.

heute

Zwischen Region, Kultur und Wandel

Ausstellungen entwickeln, Kulturprojekte leiten, Genossenschaften begleiten, Menschen in Übergängen beraten — und weiter an Inseln bauen, die Keimzellen sind.

Haltung, in einem Satz

„Ich baue Inseln — nicht zur Flucht, sondern als Keimzellen.“

radikal menschlich Würde vor Verwertung Demokratie Handwerk statt Haltungsprosa Humor als Überlebensmittel Konfliktfähigkeit Orte, an denen Zukunft geübt wird
Der erste Schritt ist ein Gespräch

Sie haben ein Thema, das sich nicht besprechen lässt? Stellen wir es auf.

Ob Region, Organisation, Ausstellung oder persönlicher Übergang — schreiben Sie mir, worum es geht. Ich melde mich, versprochen ohne Beratersprech.